Vorglühen von Dieselmotoren

In den Wagen einsteigen, den Zündschlüssel umdrehen und starten. Das Vorglühen des Dieselmotors ist schon seit einiger Zeit kein Thema mehr. Jedenfalls auf den ersten Blick. Wer hinter die Kulissen blickt, wird dennoch überrascht sein. Denn auch wenn man nicht mehr mehrere Sekunden warten muss, wird der Wagen bzw. der Dieselmotor dennoch vorgewärmt.

Die technische Änderung

Der neue Ford Mondeo Kombi mit Diesel muss nicht mehr "vorgeglüht" werden? Das stimmt so - in dieser Art und Weise - nicht. Der deutsche Automobilclub ADAC hat bereits 1984 Entwarnung gegeben. Damals sprach Georg Kacher, Reporter des Motorwelt-Magazins, von schnell reagierenden Glühstiften, welche bereits innerhalb von 10 Sekunden betriebsbereit wären. Rund 30 Jahre später hat sich auf diesem Gebiet viel verändert. Heute arbeiten die Dieselaggregate mit der Direkteinspritzung. Viele Selbstzünder verfügen sogar über einen eigenen Elektromotor. So sind etwaige Verzögerungen oder Wartezeiten, die beim Startvorgang eintreten, im Jahr 2014 kein Thema mehr.

Die Diesel-Gedenkminute

Die "Rudolf Diesel Gedenkminute" ist somit ein Teil der Vergangenheit. Jede Gedenkminute beschrieb scherzhaft die Vorglühzeit bei den Diesel-Fahrzeugen. Heute springt der Dieselmotor selbst im tiefsten Winter an. Grund dafür sind die Selbstzünder. Doch auch wenn es keine Wartezeit mehr gibt und die "Rudolf Diesel Gedenkminute" der Vergangenheit angehört, so bedeutet das noch lange nicht, dass das "Vorglühen" ebenfalls nichtmehr aktuell ist. Denn das Vorglühen ist durch den technischen Fortschritt stark verkürzt worden. Der Fahrer bemerkt im Endeffekt gar nicht, dass sein Dieselmotor vorgewärmt wird. Das Vorglühen beginnt oftmals schon beim Öffnen der Autotür.

Die Vorglühfunktion – worin liegt der Unterschied?

Vor nicht allzu langer Zeit musste der Fahrer eines Diesel-Fahrzeuges noch aufmerksam seinen Wagen starten. Da wurde die Vorglühfunktion mittels eines Hebels aktiviert. Danach musste der Fahrer warten - und zwar solange, bis endlich das Licht der Glühlampe erlosch. Heute erinnert der Diesel-Wagen (jedenfalls beim Startvorgang) an einen Benziner. Diese Meinung bestätigt auch Carsten Graf. Er ist Fahrzeugtechniker beim ADAC und weiß, dass es fast keinen Unterschied mehr gibt. Auch wenn es theoretisch fast keinen Unterschied gibt, so gibt es in der Praxis sehr wohl eine andere Vorgehensweise. Beim Benzinmotor wird der Start des Wagens mittels eines Zündfunkens (elektrisch) eingeleitet. Der Diesel hingegen erfährt die Selbstzündung auf Grund der eingebauten Glühkerzen. Bei dieser Funktion wird die Luft angesaugt und sodann verdichtet. Jene Luft erhitzt sich bis zu 900 Grad, sodass sich die Zylinder entzünden. Herrschen niedrige Außentemperaturen, so helfen die Glühkerzen bei diesem Prozess nach. Hier spricht der Experte vom Vorwärmen bzw. Vorglühen.

Es werden auch in naher Zukunft keine gravierenden Änderungen zu erwarten sein

Auch in Zukunft - selbst mit dem neuen Ford Mondeo Kombi mit Diesel - wird das Vorglühen nicht endgültig erlöschen. Selbst wenn sich die Technik in den nächsten Jahren gravierend verändern sollte, wird der Dieselmotor (auch wenn unbemerkt) weiterhin vorglühen.